Qwant: Neue "Entdeckungsmaschine" mit mehr Datensicherheit und Finesse gegen Google und Co.

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    • Qwant: Neue "Entdeckungsmaschine" mit mehr Datensicherheit und Finesse gegen Google und Co.

      Mit Qwant startet in Deutschland eine vielversprechende Suchmaschine, pardon "Entdeckungsmaschine", die damit wirbt, dass der Datenschutz besonders groß geschrieben wird.

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      Googles Suchmaschine ist Quasi-Monopolist im Internet. Das geht soweit, dass man heute schon nicht mehr sucht, sondern googelt. Die Konkurrenz hat es nicht leicht – allen voran Microsofts Bing. Bing wurde für Millionen von Dollar in den Mark gepresst, konnte aber nie nennenswerte Anteile für sich verbuchen. Heute gilt Bing als Prestigeprodukt für Microsoft für den Tag, an dem Google patzt.

      In Zeiten von Datenschutzskandalen machen aber auch andere Anbieter auf sich aufmerksam. Neben Duck Duck Go, die damit werben, dass man keine Daten sammelt, versucht nun auch Qwant sein Glück. In bunten Farben will man gegen die kleine und die große Konkurrenz antreten. "Wir wollen dem Nutzer so viel Privatsphäre und Sicherheit wie möglich geben", so Eric Leandri, Cheftechniker des aus Frankreich stammenden Unternehmens. Aus diesem Grund werden bei Qwant nur Sitzungscookies verwendet. Auf permanente Cookies zum Ausspähen des Surfverhaltens verzichtet man – ebenso wie auf die Aufzeichnung von IP-Adressen. Wer auf eine personenbezogene Ergebnisliste bei der Suche nicht verzichteten möchte, kann sich ein Konto machen. Die Daten werden in der EU gespeichert und sind damit etwas sicherer vor dem Zugriff der Spionagedienste aus Übersee.

      Als weiteres Steckenpferd hat man sich die Neutralität ins Fleißheftchen geschrieben. Im Gegensatz zu Google würde man immer die gleichen Ergebnisse liefern – egal wer sucht. Ein besonderes Feature von Qwant ist es, dass man nach einer Suchanfrage keine einzelne Liste mit Ergebnissen bekommt, sondern gleich vier Spalten in den Kategorien Netz, Nachricht, Sozial, Einkaufen und bei Bedarf und Verfügbarkeit einige Informationen zum Suchbegriff aus der Wikipedia. Über einen Reiter lässt sich auch nach Medien suchen. Die Ergebnisse lassen sich aber auch in einer Liste anzeigen, wie man es von Google gewohnt ist. Auch hier wird sauber nach Kategorien getrennt. Obendrein gibt es auch für normale Suchergebnisse eine Kachelansicht wie bei einer klassischen Bildersuche. Zu guter Letzt sei noch die Personensuche erwähnt, die Menschen unter anderem auf Facebook, Twitter, LinkedIn oder Google Plus aufstöbert. Alle Ergebniseinträge lassen sich mit einer Markierung versehen und ablegen, um später die Lage zu sondieren. Angenehm ist auch, dass die Trefferlisten endlos und ohne Klick zu bedienen sind. Jede einzelne Liste lässt sich noch einmal mit einer "Untersuche" verfeinern.

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      Listenansicht von Qwant

      Als Suchmaschine sieht sich Qwant aber nicht. Man sei eher eine "Entdeckungsmaschine", lässt Leandri wissen. Man stoße bei Qwant schließlich schnell und oft auf Dinge, die man so eigentlich nicht gesucht hat, die einem aber thematisch weiterhelfen. Das sieht man auch an der prominenten Einbindung aktueller Trends: Wer Qwant besucht, weiß sofort, was das Web bewegt. 3,5 Millionen Euro hat man bereits in die Entwicklung gesteckt, die seit 2011 läuft. Finanziert wird die Suchmaschine durch E-Commerce mit den Shopping-Einblendungen (Beteiligung an Umsätzen wie in einem Affiliate-System) und Abkommen aus dem B2B-Bereich. Damit kann wohl jeder Nutzer leben. Denn Anzeigen wie bei Google werden bei Qwant nicht verkauft. Trotzdem will man binnen kürzester Zeit profitabel werden. Das soll vor allem auch durch das B2B-Geschäft geschehen. Qwant will die Suche als Whitelabel lizenzieren. Außerdem gehören diverse Schnittstellen dazu, die Analysen über Web zulassen. Das betrifft den einzelnen Nutzer nicht, kann aber für Recherchen hilfreich sein. Hier habe man bereits mit dem FC Barcelona einen ersten prominenten Kunden, der bei Qwant Daten aus sozialen Netzwerken extrahieren lässt. Auf die Technik halte Qwant ein Patent.

      Laut eigenen Angaben nutzen Qwant derzeit täglich 8,8 Millionen Menschen, die 507 Millionen Suchanfragen stellen. Im Schnitt würde die Verweildauer bei fünf Minuten liegen. Qwant ist derzeit noch sehr französisch, da 65 Prozent der Anfragen von dort kommen, aber die Expansion soll das ändern. Schon jetzt habe man mehr Traffic als Duck Duck Go oder Blekko. Im Rahmen der Deutschlandpremiere wurde auch eine Partnerschaft mit Tripadvisor angekündigt und eine Kooperation mit Mozilla (Firefox OS) besiegelt. Statt mit Google suchen Firefox-OS-User standardmäßig mit Qwant. Bis zum Ende des Jahres will man in 25 Ländern und 15 Sprachen präsent sein.



      Quelle: pcgameshardware.de/Internet-Th…t-in-Deutschland-1112036/
      "Menschen sind mit Monsterguß überzogene Monster mit Monsterfüllung."